Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора


^ Angela Martini, L. A Vyshenskaya


Статья на сто процентов публикуется на германском языке. Короткое резюме представлено на российском языке.


РЕЗЮМЕ

В представленной статье Ангелы Мартини и Л. А. Вышенской «Социальные эталоны против нескончаемых ценностей» создатели Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора рассматривают животрепещущую делему социальной роли языка в глобализированном и коммерциализированном мире, в каком рыночные ценности и универсальные штампы СМИ быстро теснят непознаваемые понятия добра, правды и свободы. Величавая сила слова направляется манипуляторами сознания на Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора развращение малышей и подростков; мотивационные технологии – на формирование вредных привычек и фобий.

И только диалектическая природа языка способна противостоять своим «превращённым» формам, преодолевая их и противопоставляя им древную историческую ипостась слова – слово Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора поэтическое.


Im Laufe der Zeit finden Wandelprozesse sowohl in der globalisierten und kommerzialisierten Welt als auch im Bewusstsein und in der Mentalität der Menschen statt. Es gibt, wie John Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Locke behauptete, zwei Welten – die Welt der Dinge und die Welt der Ideen. Diese stehen zueinander in Beziehung, die ebenso offensichtlich wie auch unklar erscheinen kann. Manchmal nimmt sie sogar fantastische Formen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора an. Unser Leben und Gedankengut beweisen es überzeugend.

Die ewigen Wahrheiten: das Gute, das Wahre, die Freiheit werden von solchen Begriffen wie Reingewinn und Profit, die zu den Universalien geworden sind, abgelöst Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. Während sich die transzendente Welt in die flache Welt der Zufälle verwandelt, haben die Konsumstandards der Mittelklasse keine reale Basis in der modernen russischen Gesellschaft.

Das Eindringen der marktwirtschaftlichen Werte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора und Normen in unser Leben geschieht vor allem mit der Hilfe der Massenmedien. Sie rufen durch Klischees und Schablonen Konsumbedürfnisse hervor. Sie beeinflussen die Menschen, vor allem die Jugendlichen, bestimmten Markenartikeln Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора den Vorrang zu geben und sich auf diese Weise der „Konsumbildung“ anzuschließen. Die Bewusstseinsmanipulatoren kennen die große Macht des Wortes, seine symbolische und metaphorische Kraft, und nutzen sie in Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора kommerziellen Liedern und Kindergedichten. Auf diese Weise wird schon Kindern suggeriert, Waren bestimmter Marken kaufen zu wollen.

Wenn man mit wissenschaftlich begründeten Motivationsmethoden und Techniken arbeitet, kann eine starke Abhängigkeit von Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора jedem beliebigen Produkt erreicht werden. Kinder und Jugendliche befriedigen auf diese Weise ihre unerfüllten Bedürfnisse. Psychologen behaupten, dass Kinder die Erwachsenen als eine „Regierende Klasse“ ansehen, gegen die sie nicht rebellieren Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора können. So produzieren die Massenmedien immer neue Shows, wo die „guten Jungs“ den „Bösen“ entgegentreten. Die Letzten werden als „Vatersymbol“ angesehen. Die Massenmedien stellen die Erwachsenen im ungünstigen Licht Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора dar und lachen sie sogar aus. Sie benutzen die gegen „die Väter“ gerichtete Aggression der Jugendlichen und verdienen damit viel Geld.

Den Klischees der Massenmedien wird die poetische Sprache gegen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораübergestellt: in der Klassifikation von Humboldt ist es „die Energia“ und nicht der „Ergon“, die eine unendliche Reihe der Fantasiewelten kreiert. Unsere Welt, die Welt der Dinge und die der Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Ideen, deren schöpferischen Höhepunkt die Poesie bildet, geht ihre eigenen Wege. Um diese besser verstehen zu können, müssen wir uns zuerst mit bestimmten historischen Entwicklungsstufen des geisteswissenschaftlichen Denkens Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора befassen.

Folglich lautet die erste Frage, die wir stellen: «Wozu Gedichte heute?»


In meinem Vortrag, sehr geehrte Damen und Herren, will ich versuchen, die eine und andere Antwort auf die Frage «Wozu Gedichte?» zu finden Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. Es ist eine im Unterschied zu den Naturwissenschaften bei den Geisteswissenschaften kursorisch wiederholte Frageform, Wozu Kunst? Wozu Literatur? da die Geisteswissenschaften sich immer wieder genötigt sehen, alle Jahre Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ihre Existenz legitimieren zu müssen: d.h. ihre Relevanz für und gegenüber der Gesellschaft zu behaupten. Und davon bleiben auch literarische Gattungen nicht verschont, denn »Lyrik, sei –wie die Lyrikerin Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Hilde Domin einmal sagte - wie alle Kunst, Selbstzweck« [2, 11]. »Wozu also Gedichte heute?« Doch der Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts beschworene und vorausgesagte Tod der Lyrik ist nicht eingetreten. Im Fadenkreuz Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора der Schuldzuweisungen, Gedichte seien unpolitisch und gesellschaftlich nicht relevant, sind die Lyriker nicht verstummt. Obschon sie als Vertreter einer Gattung stigmatisiert wurden, die einer restaurativen Epoche angehöre. Dem Lyriker und seinen Gedichten wurde Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора vorgeworfen, seine monologische Aussage, die zudem auf ein Ich zentriert sei, trage für die Allgemeinheit nichts bei, da das Emotive und das Expressive dominiere. Dahinter stand die traditionelle Auffassung, der Lyriker Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора sei eine Art Erlebnis- und Empfindungsspezialist, was schon Ende des 19. Jahrhunderts der französische Lyriker und Theoretiker Paul Valéry mit einem Satz abgewehrt hatte: »Man müsse schon Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ausnehmend töricht sein, um einem Dichter die Gefühle zuzuschreiben, die in seinen Versen erscheinen« [7, 211]. Derart wichtige Aussagen wurden jedoch vergessen, oder man misstraute ihnen. Der Kampf pro und contra das Gedicht tobte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора vor 30 Jahren und ihn zu erwähnen ist aus zweierlei Gründen wichtig. Die Lyrik hat ihn unbeschadet überlebt. Und viele Lyriker, so auch Rose Ausländer, hat der Streit nicht veranlasst, die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ihnen spezifische poetische Sprache und die ihnen eigenen Denk- und Aussagestrukturen einem Diktum anzupassen bzw. auf das Schreiben zu verzichten. Es gab damals auch entschiedene Verteidiger der Lyrik, z. B. den Philosophen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Herbert Marcuse, eine der Leitfiguren der 68er Generation, der am 18. Juni 1971 in der FAZ klare Stellung bezog: [Ich zitiere] »Auch in einer befreiten Gesellschaft fallen Kunst und Realität nicht zusammen. Das Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Ende der Kunst wäre ein Weltzustand, wo Menschen nicht mehr unterscheiden können zwischen dem, was ist, und dem was möglich wäre: in anderen Worten, die vollendete Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Barbarei. Wer die Kunst als angeblich bürgerlich aufgibt, verfällt dem schlechten Bestehenden und ist im objektiven Sinn reaktionär.« Marcuse spricht hier zwei Qualitäten der Kunst an, die mir im Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Blick auf Gedichte wichtig erscheinen. Erstens die Differenz zwischen Realität und Kunst. Kunst spiegelt das Bestehende nicht wider, sondern kann entwerfen, wie anders das Bestehende sein könnte. Kunst Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, auch das Gedicht bildet daher Differenz. Der Lyriker erkennt und ergreift das, was Andere nicht sehen bzw. noch nicht gesehen haben. Und darin besteht die 2. Qualität, was übersehen wurde, kann nun in Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора den Blick geraten.

22 Jahre vor Marcuse hatte es schon einmal einen Angriff gegen die Lyrik gegeben, der ebenfalls das Verhältnis von Kunst und Realität und die Relation zwischen Gedicht und Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Gesellschaft thematisierte. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Exil formulierte der Philosoph Theodor W. Adorno den Satz: »Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch, und das frisst auch Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора die Erkenntnis, die ausspricht, warum es unmöglich ward, heute Gedichte zu schreiben.« [1, 30] Adorno sprach kein Verbot gegen Gedichte im allgemeinen aus, er wollte nur nicht begreifen, wie es möglich sein konnte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, daß eine Generation von Lyrikern ungebrochen so weiter schrieb, wie sie vor 1933 aufgehört hatten. In ihre Texte hatten sich nach dem Krieg keine Spuren der Erfahrung nach der »tausend Finsternisse todbringender Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Rede« hineingeschrieben; wie es bei dem Lyriker Paul Celan 1958 heißt. Sie hatten sich einen Kunstraum bewahrt, der zwar nicht störungsfrei war, jedoch ein »Refugium metaphysischer Hoffungen« [5, 53] nach den 3. Reich darstellte. Es Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора waren Lyriker wie Paul Celan, Nelly Sachs, Rose Ausländer und einige andere, die Adorno 1966, als die schon erwähnte Debatte und die Verurteilung der Lyrik einsetzte, bewog, seine Aussage von 1949 zurückzunehmen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора.

Adorno wollte ebenso wenig wie Marcuse, daß die Kunst und die Realität zusammenfallen sollten, denn das »wäre das Ende der Kunst«. Er erlebte jedoch 1949 die gewaltige Diskrepanz Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора zwischen den historischen Ereignissen und den auf sie folgenden lyrischen Produktionen. Er wollte ebenso wenig wie Marcuse, daß sich das Gedicht in politische Abhängigkeit begibt, es darf sich nicht gesellschaftlich instrumentalisieren Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора lassen, das Gedicht muß – wie es Heinrich Heine schon 130 Jahren zuvor - ein Jahr vor der gescheiterten Revolution 1848 – in seiner Verserzählung »Atta Troll. Ein Sommernachtstraum« geschrieben hatte, das Gedicht muß seine ästhetische Autonomie Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора bewahren, ohne auf eine gesellschaftliche Wirkung zu verzichten. Das Gedicht markiert Differenz zur Realität und es ist ein Freiraum, dessen Gestaltungspotential – wie wir am Beispiel von Rose Ausländer sehen werden Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора – den Leser irritieren kann und dessen Verhältnis zu einer durch Normen, Gewohnheiten, Bequemlichkeiten ausgestatteten Realität stört. Mit anderen Worten, das Gedicht »eröffnet dem Schreibenden wie dem Lesenden eine genuine Welt Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, eine Ausdruckswelt, aus der er Koordinaten zum Umgang mit der nicht-literarischen Wirklichkeit gewinnen kann« [5, 25]. Das Gedicht vermag bei dem Lesenden, einen Wahrnehmungsprozess anzustoßen, der höchst komplex ist, da sich Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора der Lesende mit der konzentrierten Wahrnehmungs- und Ausdruckswelt des jeweiligen Gedicht auseinandersetzen muß. Das Gedicht stellt eine perspektivische Welterschließung des Autors bzw. des lyrischen Ich dar, die der Leser sich nun Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора seinerseits prozesshaft und produktiv erschließen kann.

Das Gedicht widersetzt sich vehement der weit verbreiteten Auffassung: Man liest, wenn man »abschalten« will. Im Gegenteil: Das Gedicht bereitet häufig Kopfzerbrechen, es Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора kann eine intellektuelle Provokation sein. Differenz, Irritation, Störung, Komplexität und Provokation, alle diese vorläufigen Antworten auf die Frage »Wozu Gedichte heute?« könnten Sie abschrecken, überhaupt noch Gedichte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора zu lesen. Ich hoffe jedoch, daß meine weiteren Überlegungen Sie vom Gegenteil überzeugen werden.

Ich habe mich für Rose Ausländer und ihr Gedicht Bukowina II, das irgendwann in den Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора 70er Jahren entstanden ist, entschieden, da sie 1. mit ihren Gedichten, den Adornoschen Satz von 1949 ins Unrecht setzte, ihre Gedichte 2. auf den ersten Blick leicht verständlich, einfach und unkompliziert wirken und dennoch sind es komplexe Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, daher vielschichtige Gebilde. Schon der Titel des Gedichts ist für die meisten von Ihnen rätselhaft, ein Fremdwort, das sich keinem bekannten Bedeutungsfeld zuordnen läßt, selbst wenn der Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора erste Vers die Bukowina als Landschaft ausweist. Die Ratlosigkeit nimmt mit den ersten beiden Versen zu: »Landschaft die mich erfand«. Auf den ersten Blick ist es eine unspektakuläre Aussage, die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора bei genauerem und analytischen Hinsehen abstrus wird: 1. Steht dort ein Satz oder steht dort kein Satz? Grammatisch ist es ein korrekter Satz, dem jedoch die Satzzeichen abhanden gekommen sind. Warum hat sich Rose Ausländer Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора gegen eine Interpunktion entschieden? Und nicht nur an diesem Ort, sondern im gesamten Text. Eine Überlegung könnte sein, die Aussagen sollen nicht mit einem Endpunkt abgeschlossen sein. Eine Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора zweite Lesart entdeckt in der offenen Struktur eine Gleichzeitigkeit der Aussagen, obschon das Verb »erfand« auf eine Vorzeitigkeit hinweist. Eine dritte Lesart entdeckt Differenz, die durch das Abhandensein der Zeichensetzung induziert wird Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. Das sprachliche Gebilde setzt sich außerhalb die Sprachnorm, was auf semantischer, das heißt, auf der Bedeutungsebene bestätigt wird. »Landschaft die mich erfand« ist zweifache Verfremdung. Nur Subjekte können etwas erfinden Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, zum Beispiel eine ideale Landschaft, wie es die antiken Schriftsteller Theokrit und Vergil taten. Seitdem ist die fiktive liebliche Landschaft oder der Locus amoenus mit seinen stereotypen Elementen wie Wiese, Blumen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, Bach etc., ein Topos der Natur- und Idyllendichtung. Ausländer kehrt aber die Verhältnisse um, es ist die Landschaft, die das lyrische Ich erfand. In den 70er Jahren wurden solche Innovationen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора im literaturwissenschaftlichen Jargon als Verletzung der Sprachnorm gewertet. Die sprachliche Normüberschreitung eröffnet jedoch einen Bedeutungsraum, der sich subjektiv konstituiert und sich jenseits die sprachliche Tradition und jenseits die übliche Denkstruktur Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора stellt. Mit nur einer Wortveränderung wäre das Ungewohnte wieder vertraut: Landschaft, die mich prägte, es heißt aber »erfand«. Eine Landschaft also, ohne die das lyrische Ich nicht Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора existieren würde oder ins Positive gewendet, eine Landschaft, der es sein Dasein verdankt. Ein Verb reicht aus, um die Vorstellungswelt aus den Angeln zu heben: Ein Ich kann erfunden werden und dieses von Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора einer Landschaft.

Sie werden jetzt eine Interpretation dieser beiden Verse von mir erwarten, um Sie aus dem Dilemma zu befreien, daß Sie jedes einzelne Wort verstehen, der Sinnzusammenhang jedoch r Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораätselhaft dunkel bleibt. An dieser Stelle des Gedichts werde ich ein Erklärungsmodell verweigern, da ich den Text zunächst phänomenologisch betrachten möchte, denn erst aus der Analyse des gesamten Gedichts l Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораässt sich möglicherweise im Rückblick ein Deutungsmuster finden. Erst in Kenntnis des Ganzen und des Zusammenspiels der einzelnen Elemente miteinander, aus dem isoliert nichts gedeutet werden kann, k Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораönnen eine Interpretation und eine weitere Antwort auf unsere Frage »Wozu Gedichte heute?« gefunden werden. Wir, die wir angesichts der wissenschaftlichen und literarischen Publikationsflut gezwungen werden, flüchtig und diagonal zu lesen, um sozial-, innen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора- und außenpolitisch und wissenschaftlich auf dem Laufenden zu sein, lernen durch Literatur und insbesondere durch die Komplexität des Gedichts wieder das gelassene Lesen, ein die Zusammenhänge Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора aufspürendes Lesen, das suchende und reflektierende Lesen, ein unsere alltäglichen Erfahrungen überschreitendes Lesen, das Erkenntnis erweiternd sein kann. Und ein weiterer Aspekt: dazu braucht es Ruhe, die uns in kaum Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора einem Lebensbereich vergönnt ist. In den USA hat eine wissenschaftliche Studie ergeben, daß Menschen, die täglich beten, viel weniger unter stressbedingten Erkrankungen wie Herzinfark leiden. Daher der therapeutische Rat einer Literaturwissenschaftlerin, wenn Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Sie nicht beten wollen, dann lesen Sie täglich ein Gedicht. Denn – wie Hilde Domin in ihrem Vortrag »Wozu Lyrik heute? im Jahre 1975 sagte: »Der Lyriker bietet uns die Pause, in der Zeit Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора stillsteht. Darin ist die Kunst der Liebe verwandt: Beide ändern unser Zeitgefühl« und in einer Fußnote versteckt sie: »Ganz wie, für den religiösen Menschen, das Gebet Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора« [2, 13].

Jedem Wort schreibt der Lyriker einen bestimmten Ort im Gedicht zu. Rose Ausländer stellt »erfand« nicht in eine Zeile neben »Landschaft«, sondern weist dem Verb einen ganzen Vers zu und rückt Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора es in eine Reihe von Versen, die nur aus einem Wort bestehen. Die Identität von einem Wort gleich einem Vers wiederholt die Lyrikerin in 5 weiteren Versen: In der zweiten Strophe Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора sind es die Verse »wasserarmig«, »waldhaarig«, »honigschwarz«. Das Verfahren springt in die 3. Strophe zu »Lieder« und setzt den Anfang der 4. Strophe: »Aufgelöst«. Das letzte Wort bildet zu den vorherigen eine klare Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Differenz. »Waldhaarig« etc. evozieren in uns Bilder, die wie auch die Lieder unsere Sinne und Vorstellungskraft ansprechen. »Aufgelöst« wirkt jedoch diffus und abstrakt: Es hängt rätselhaft im Deutungsraum.

Die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Topographie der Landschaft beginnt mit »wasserarmig«, mit einem Wort, das – auch wenn es bis dahin in der deutschen Sprache nicht existierte – den Leser nicht irritiert, denn über den assoziativen Umweg zu siebenarmigem Leuchter erkennen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора wir, dass wasserarmig eine analoge Wortschöpfung ist. Vor dem inneren Augen entsteht eine von vielen mäandernden Wasserarmen durchzogene Landschaft, die von keinem Goetheschen Faust begradigt und kanalisiert Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора wurde, um den ökonomischen Profit zu maximieren. Warum ich hier auf Faust anspiele, werden Sie später verstehen, wenn ich auf das Verhältnis von Poesie und Wissen zu sprechen komme. Es Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ist eine Landschaft, die sich über viele Jahrhunderte hinweg im Wechselspiel mit der Natur gestaltet hat. Irritierend ist hingegen »waldhaarig«. Zwar gibt das Lexikon Auskunft zu dem Substantiv »Waldhaar«, so wird ein Riedgras Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора namens Segge bezeichnet, wenn es seine Verwendung als Matratzenfüllung findet. Dem suchenden Verständnis hilft diese Definition jedoch nicht weiter. Neben die relativ eindeutige Vorstellung von einer wasserarmigen Landschaft tritt eine suchende Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Imagination, die im Vorrat vertrauter Bilder kramt. Welche haarigen Wälder könnten gemeint sein? Es ist eine willkürliche Suche, die subjektiv bleibt und von diesem Makeln nur befreit wird, wenn Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора sie ergründet, wie die Waldlandschaft der Bukowina beschaffen ist.

Doch erlauben Sie mir zuvor einen kurzen Exkurs in die Geschichte der Bukowina, jener Landschaft, in der – wie Paul Celan den Bremer Honoratioren Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора bei der Entgegennahme eines Lyrikpreises erklärte - »Menschen und Bücher lebten«. Damals verschwieg er jedoch den Namen des Landes und der Stadt, in der er 1920, 19 Jahre nach Rose Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Ausländer, geboren wurde, da die Gegend und die dort lebenden Menschen dem Vergessen und der Geschichtslosigkeit anheim gefallen waren, wie er in seiner Rede fortfuhr. Bis 1918 war die Bukowina deutschsprachig und österreichisches Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Kronland, in den Verträgen von 1918 wurde es Rumänien zugesprochen und nach dem 2. Weltkrieg der Ukraine eingegliedert. Bis in die 70er Jahre hinein war die Bukowina für die meisten Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Westdeutschen ein weißer Fleck auf der Landkarte, heute ist es ein Mythos und ein Mekka für viele Lyrikleser. Doch zurück zu der Ausgangsfrage vor dem Exkurs: Die Bukowinschen Wälder setzen sich Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора zusammen aus Tannen- und Buchenwälder, die diesem Landstrich seinen Namen Bukowina, das Buchenland gaben. Ein Blick in ein botanisches Lehrbuch löst denn vermutlich auch das Rätsel von Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора waldhaarig. Die Blätter der Fagus silvatica, also der bis zu 40 m hohen Rotbuche, sind elliptisch, spitz (zwischen 4 bis 10 cm lang) und die Blattränder sind mit langen Wimpern gesäumt. Zugleich deutet wald Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора-haarig auf die enge Nachbarschaft von Mensch und Natur, von Kultur und Natur hin, die auf einer Metaebene in honigschwarz wiederkehrt.

In vier aufs Äußerste reduzierten Versen entwirft Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Ausländer eine Landschaft, aus dem Flußtal wandert der Blick hinauf zu den Tannen- und Buchenwäldern, hinüber zu den »Heidelbeerhügeln«, mit honigschwarz wird die Landschaft farbig. In das Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора helle Grün der Buchen, in das dunkle Blau der Heidelbeeren und in das tiefe Grün ihrer Blätter mischt sich honigschwarz, das zunächst den farblichen Widerspruch von Gelb und Schwarz /hell und Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора dunkel andeutet, zugleich die gesamte Farbpalette von Honig erinnert. Die Landschaftsattribute regen im Hörer bzw. im Leser sehr unterschiedliche Sinnesorgane an: beim gelassenen Leseakt erkennen wir Farben, wir Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора duften die Natur und hören das Summen der Bienen. Diese synästhetische Wahrnehmung meinerseits, also das gleichzeitige Wahrnehmen unterschiedlicher Sinneswahrnehmung, könnten Sie als Überinterpretation und Spekulation ablehnen, insbesondere das Summen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора der Bienen. Sobald wir jedoch das semantische Feld – also das, was gesagt wird, verlassen und beobachten, wie Rose Ausländer die Strophe gestaltet hat, dann erkennen wir, daß die Lyrikerin altvertraute lyrische Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора und melodische Formelemente in den Text integriert, die auf den ersten Blick abwesend scheinen: Das Klangmittel der Alliteration als stimmloser W-Anlaut in »wasserarmig« und »waldhaarig« wiederholt sich im stimmhaften V-Anlaut Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора in »viersprachig«/ »verbrüderte«. Und ein Rest von Reim, der zwar brüchig, nicht klingend ist, jedoch an ein lyrisches Strukturverfahren erinnert, das zwei von einander getrennte Verse durch einen Reim mit einander Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора verbindet. Es ist die Silbe –ig-, die in der 2. Strophe dreimal wiederkehrt und das 1. Wort aus der 3. Strophe »vielsprachig« an sich bindet. Honigschwarz schließt die Topographie der bukowinischen Landschaft ab, und Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора bildet zugleich den Übergang zur Topographie der bukowinischen Kultur, sobald man sich an den Dialog »Ion« von Platon erinnert. Hier schöpfen die Dichter aus den »honigströmenden Quellen der Musen« und wie es Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора dort weiterhin heißt sie bringen »ihre Lieder wie die Bienen den Honig«. Unter diesen Vorzeichen bildet honigschwarz nun die oben angedeutete Verbindung von Kultur und Natur. Die Inspiration Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора verbindet sich mit der Niederschrift des Gedichts oder seinem Druckbild.

Aus der 2. Strophe lassen sich weitere Antworten auf die Frage »Wozu Gedichte?« ableiten: Die wortkarge Reduktion fordert den Leser heraus, Fragen zu entwickeln, Fragen zu Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора stellen. Eine Kompetenz, öfffentlich in der Süddeutschen Zeitung als eines der wichtigsten Ziele bei der universitären Ausbildung gefordert wurde. Dort heißt es: »Die Studenten sollen lernen, Fragen zu Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора stellen...sie sollen ein freies Verhältnis zu ihrem Fach gewinnen, ein gleichsam philosophisches Verhältnis, wenn denn Philosophie vernünftiges Fragen bedeutet« [3, 4]. Welche Fragen evoziert nun die konkrete Textstelle Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора: Weshalb reduziert Ausländer die Landschaft auf fünf Wörter? Von denen einige irritieren, die jedoch genau gelesen, eine bildliche Suggestivität haben, die zu einem Kontext verbunden, eine Landschaft veranschaulicht Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. Eine Antwort könnte sein: Die Setzung von Vertrautem und Rätselhaftem löst eine suchende Reflexion aus, die das Vereinzelte zu einem Gesamtbild zusammenfügt und den Rezipienten in einen sch Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораöpferischen Zustand versetzt. Oder die Frage: Weshalb klingt die uralte lyrische Tradition – der Reim – nur noch als Bruchschaden an? Einen Hinweis darauf finden wir im Gedicht Bukowina: Die 3. Strophe endet mit dem Vers Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора »in entzweiter Zeit«: Die Zeit wird gespalten in ein Davor und in ein Danach. Die Zeit ist zwiegespalten in Erinnerung und Schreibgegenwart. In der erinnerten Welt, so heißt es im Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Gedicht, gab es keine Brüche: »Viersprachig verbrüdert« erklangen »Lieder« gereimte, metrisch durchgeformte Volksgesänge und Gedichte, wie sie Ausländer, Celan und andere in der Zeit vor der »entzweiten Zeit« noch Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора imstande waren, zu schreiben. Danach wollte dieses Schreiben nicht mehr gelingen, und dennoch wählten sie nicht die Form der Prosa oder des dokumentarischen Textes, sondern sie schrieben weiterhin Gedichte, die sich jedoch Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора weit von der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs Lyrik »Gesang zur Leier« entfernt haben.

Die Dichter aus Czernowitz kannten noch eine Zeit, in der mit Peter von Matt zu sprechen »Gedichte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора von allen aus der Gesellschaft »geliebt und gebraucht« wurden. »Nie mehr hat sich die ganze Gesellschaft so unzweideutig in ihrer Lyrik erkannt, hat mit ihrer Hilfe täglich über sich und das Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Leben nachgedacht« [6]. Bis ins frühe 20. Jahrhundert hatte sich eine Lyrik entwickelt, die (anders als im französischen Lyrikraum) »ihre moralische Pointe unweigerlich mit sich führt und jedermann zu erkennen gibt Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора«, wie Peter von Matt weiterdenkt. »Die Lyrik entwickelte sich zu einer Kunst, in der der Tugendkatalog und die Regeln des bürgerlichen Lebens so rein abgebildet erscheinen, daß sie wie eine zweite Bibel Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора die Menschen von der Geburt bis zum Tod begleitet und jeden Lebensmoment mit passenden Zeilen versieht.« Nach 1945 distanzierten sich Rose Ausländer und wenig später Paul Celan entschieden von dieser vorgestrigen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Ästhetik mit ihrem unverbrüchlichen Glauben an die metaphysische Ordnung, an die bürgerliche und sittliche Ordnung. Sie konnten nicht mehr in einer Sprache schreiben, die einst sich gebildet hatte, um als ein Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Ganzes das schöne Ganze des Kosmos aufzufangen. Radikal brachen Ausländer, Celan mit dieser Ästhetik nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus. Und dennoch bleiben Spuren dieser alten Sprache erhalten Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, sie ist ab- und anwesend zugleich, wenn sie wie Zitate durch die gebrochene Sprachgestaltung der Danach-Gedichte durchschimmert. In Ausländers »Bukowina« läßt sich eine verlorene Spur von einer geordneten Lebenswirklichkeit erahnen, die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Spur eines Kulturraumes, in der vier Sprachen, viele Religionen toleriert wurden und in der gemeinsam in vier Sprachen gesungen wurde. Immer wieder erinnern die aus ihrem Vaterland Bukowina Vertriebenen an das Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора musische und vier- bis fünfsprachige Czernowitz, in dem orthodoxe Ukrainer, unierte Ruthenen, jüdische Österreicher, katholische Polen, Sinti und Roma friedlich miteinander lebten, und in dessen Luft – wie es bei Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Rose Ausländer heißt, Märchen und Mythen lagen, »man atmete sie ein«.

»Czernowitz, [so erinnert sich der Schriftsteller Georg Heinzen]» das waren Sonntage, die mit Schubert begannen und mit Pistolenduellen endeten. Czernowitz, war Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора die heimliche Hauptstadt Europas, in der die Metzgertöchter Koloratur sangen und die Fiaker über Karl Kraus stritten. Czernowitz, das war ein immerwährender intellektueller Diskurs, der jeden Morgen eine neue Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ästhetische Theorie erfand, die am Abend schon wieder verworfen war. Wo die Hunde die Namen olympischer Götter trugen und die Hühner Hölderlin-Verse in den Boden kratzten. Czernowitz, das war Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ein Vergnügungsdampfer, der mit ukrainischer Mannschaft, deutschen Offizieren und jüdischen Passagieren unter österreicherischer Flagge zwischen West und Ost kreuzte. Czernowitz war ein Traum«.

In der »entzweiten Zeit« deutet sich Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора die Sprache von damals nur noch fragmentarisch und syntaktisch gebrochen an. Die Lyriker schreiben Gedichte, in denen das Vertraute im Unvertrautem oft abwesend ist, sie verzichten auf den Reim und das Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Metrum als Relikte einer endgültig vergangenen Zeit. »Was später über uns hereinbrach« schreibt Ausländer in einem kurzen autobiographischen Text, »war ungereimt, so alpdruckhaft beklemmend, daß erst in der Nachwirkung, im Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора nachträglich voll erlittenen Schock – der Reim in die Brüche ging. Blumenworte welkten. Auch viele Eigenschaftswörter waren fragwürdig geworden in einer mechanisierten Welt, die dem Mann ohne Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Eigenschaften, dem entpersönlichten Menschen gehörte. Das alte Vokabular mußte ausgewechselt werden. Die Sterne – ich konnte sie aus meiner Nachkriegslyrik nicht entfernen – erschienen in anderer Konstellation.« Und auch daraus k Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораönnen wir eine Antwort auf die Frage »Wozu Gedichte heute?« ableiten: Das Verwerfen gewohnter Wortkonstellationen wirft auch den Leser aus der Bahn. Die Gewißheit, die Muttersprache zu beherrschen, wird erschüttert. Und der Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Leser wird angeregt, darüber nachzudenken, wie er mit der Sprache umgeht und wie er die Wörter gebraucht. Das kann zu einer Sprach- und Kulturkritik führen, wie sie Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal in seinem berühmten Traktat Ein Brief beschwor: »Ich empfand ein unerklärliches Unbehangen, die Worte ‚Geist‘, ‚Seele‘ oder ‚Körper‘ nur auszusprechen die abstrakten Worte, deren sich doch Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора die Zunge naturgemäß bedienen muß, um irgendwelche Urteile an den Tag zu geben, zerfielen mir im Munde wie modrige Pilze«. Das kann dazu führen, daß uns »die unsägliche Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Verschiedenheit aller unserer tagtäglichen Sprachstile« (wie es bei Ludwig Wittgenstein in Bemerkungen über die Philosophie der Psycholgie heißt) zu Bewußtsein kommt. Eine Abweichung von der durch ein komplexes Regelwerk geregelten Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Sprache bedeutet uns die Fragwürdigkeit der Regeln, denn es kann ja auch anders sein.

In den 50er Jahren gab es eine Zeit in Ausländers Leben, in der sie nicht mehr die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Kraft hatte, weiterhin in ihrer deutschen Muttersprache zu schreiben: »alle Worte wurden starr und stumm« erinnert sie sich, es gelang ihr jedoch durch diesen Sprachverlust hindurchzugehen, wie es Paul Celan formulierte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, um eine »Wirklichkeit zu entwerfen«, eine präzisere Welt zu schaffen, die die Shoah als eine ewig klaffende Wunde bewußt hält und jenem Versuch entgegenwirkt, mit einer Nullstunde die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Geschichte der Bundesrepublik beginnen zu lassen.

Ausländers Vertrauen in die tradierten und geliebten Formen sind erschüttert, dahin ist das traute Zuhause in der Muttersprache. Nach dem Schock der Ghetto- und der Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Todeserfahrung musste sie neue Gestaltungswege suchen, die ihr gelangen, weil sie – wie es in dem gleichnamigen Gedicht heißt »versöhnlich« war. »Versöhnlich/ mein Ghettoherz/ will sich verwandeln/ in eine hellere Kraft//«. Diese Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Kraft ermöglicht es ihr immer wieder, ihr Vaterland zu vergegenwärtigen und ins Gedächtnis zurückzuholen. Und auch daraus können wir eine Antwort auf die Frage »Wozu Gedichte Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора heute?« Trotz der Erfahrung extremster Menschenverachtung vertrauen Lyriker wie Ausländer auf das doch unzerstörbare Menschliche im Menschen, im Anderen, im Leser. Und das gab ihr die Kraft zu schreiben Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, das für sie und andere Leben und Überleben bedeutete..

»Landschaft die mich erfand«. Die Landschaft der Bukowina, der Fluß Pruth, der untergegangene Kulturraum durchwoben von Gedichten, Märchen Mythen, die deutsche Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Sprache sind die Eckpfeiler des lyrischen Werks von Ausländer. Wo immer sie sich aufhielt in Italien, in Frankreich, in Israel oder im Nelly-Sachs-Heim in Düsseldorf, wo sie 1988 mit 87 Jahren Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора starb, finden sich in ihren Gedichten Erinnerungsspuren. Und von dort aus lassen sich die Eingangsverse des Gedichtes Bukowina besser verstehen. Ohne die Bukowina, ohne die Erfahrungen von Toleranz und verbr Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораüderter Kultur, hätte Rose Ausländer anders gedichtet. Sie hätte sich nicht einen Rest Zuversicht bewahren können, trotz des Verlorenen, trotz des nun Brüchigen, trotz der verwelkten Blumenworte und der Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора neuartigen Sternenkonstellationen, vertraute die Lyrikerin versöhnlich an das Menschliche im Menschen. Könnte es eine schönere Antwort auf die Frage geben »Wozu Gedichte heute?« Das Gedicht - und darin stimme ich Peter Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора von Matt überzeugt zu: »Will schön sein und die Zeit besiegen«. Es will vollkommen sein mitten »in einer unvollkommenen Welt« [4, 17].

Das könnte ein Schlußwort sein, ich will Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора jedoch, bevor ich auf die letzte Strophe zu sprechen komme, noch eine weitere Antwort zumindest erwähnen. Der Stuttgarter Germanist Heinz Schlaffer hat in seinem Buch »Poesie und Wissen« das Verh Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораältnis von Literatur und Wissen seit Platon analysiert, um zu der begründeten Erkenntnis zu gelangen, daß die Poesie, die einst das Wissen repräsentierte, selbst immer mehr zum Gegenstand von Wissen und schlie Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораßlich von Wissenschaft wurde. Die Entstehung der Philologien im 19. Jahrhundert bildete den vorläufigen Endpunkt dieser Entwicklung, der sich zugleich als der Punkt der äußersten Entfremdung zwischen Poesie und Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Wissen herausgestellt hat. [5, 17] Poesie transportierte das Wissen der Zeit an die Leser, denken Sie nur an die Mythologie, oder in jüngerer Zeit an Goethe, der im 2. Teil des Fausts die f Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактораür die moderne Gesellschaft entscheidenden ökonomischen Transformationsprozesse darstellt: Die Einführung des Papiergeldes, das angesichts der ausgeschürften Silber- und Erzbergwerke sowie der leeren Kriegskassen eingeführt wurde. Eine neue Form des Vertrauens Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора wurde da von den Menschen in das Geld erwartet, das ja nichts weiter als Papier war. Oder ein zweites Beispiel, der Übergang von der Subsistenz- und Agrargesellschaft in eine kapitalistische Marktwirtschaft. Faust nimmt kurz Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора vor seinem Tod radikale Eingriffe in der Natur und in der Flußlandschaft vor: Er billigt sogar einen Mord an einem alten Ehepaar, da deren Garten ihn an der Begradigung Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора und bei dem Anlegen von Kanälen im Wege ist. Den Lohn kennen Sie, er bezahlte mit dem Leben. Die Entfremdung von Poesie und Wissen ist tatsächlich seitdem sehr groß geworden Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. In der Lyrik der Dichter aus Czernowitz können sich die beiden getrennten Bereiche jedoch wieder begegnen. Die Leser dieser Gedichte erfahren sehr viel über eine Kultur, die heute allmählich wieder Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ein wenig bekannter wird. Die jüdische Kultur. Viele Gedichte Ausländers erinnern an die geistige Kultur des Judentums, an das (ich zitiere aus dem Gedicht Pruth) »Schläfenlockengeflüster:/ der Rabbi in Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Kaftan und Stramel/ von glückäugigen Chassidim umringt«. In ihren Gedichten lebt die heitere Welt des Chassidentums auf, dessen Anhänger Mitte des 18. Jahrhunderts vor russischen Pogromen nach Zaragora, ein halbe Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Stunde von Czernowitz entfernt, flohen, wo sie bis zur Vernichtung in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts eine gemeinsame geistige Heimat fanden. Eine ganz andere Dimension lernen wir bei Paul Celan kennen, die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Bibel und die kabbalistischen Texte sowie seinen Diskurs mit den großen Philosophen Martin Buber und Gershom Scholem. Celan entschied sich bewusst dafür, Wissen, das vom Vergessen bedroht war, mit seinen Gedichten Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора weiterzugeben. Er, der als junger Mann die jüdische Orthodoxie seines Vaters im Geiste der Aufklärung strikt abgelehnt hatte, fühlte sich nach der Shoah verpflichtet, auf die mystischen Lehren Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора des Judentums und deren Gebräuche hermetisch verschlüsselt hinzuweisen.

Doch lassen Sie mich mit der letzten Strophe des Gedichtes Bukowina enden:

Die letzten 3 Verse haben wie die erste Strophe eine klare Subjekt Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора- und Objektkorrelation: die Jahre haben eine Richtung, die zum Ufer führt, das als ein verflossenes bezeichnet wird und mit dieser Wortwahl deutet Rose Ausländer zwei semantische oder Bedeutungsrichtungen an: Verflossen Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора als vergangen und verflossen als kontourenlos und verschwommen. Beide Ebenen schwingen erneut im Kontext der Jahre mit, die vergehen: Sie vergehen zeitlich, sie zeigen biographische Entfernung und Veränderungen an, die Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора im Medium der Sprache jedoch als Erinnerung aufgehoben werden können, die das Vergangene in die Gegenwart hinüber rettet, das Verlorene festhält, das Verflossene versprachlicht und ihm dadurch Kontur trotz Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора aller Offenheit und Vieldeutigkeit gibt. Das Gedicht - Bukowina II. ist hierfür beispielhaft - es ist der Ort, wo das Entzweite als Entzweites vorgeführt wird, auf allen Ebenen, die an dem Gedicht Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора mitwirken, auf der syntaktischen, ebenso wie auf der semantischen, auf der Ebene des Reims, der Metaphern, zugleich wird diese Entzweiung im dialektischen Sinne aufgehoben, da der Lyriker durch die Brüche hindurchgehend Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, aus den Trümmern und Verlusten ein Gedicht gestaltet, das diesen Prozeß thematisiert, uns jedoch als eine gestaltete gedankliche Einheit als ein Ganzes gegenüber tritt.


Serlo in den Goethes Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора, ^ Wilhelm Meisters Lehrjahren: »Man sollte, sagte er, alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen, und, wenn es möglich zu machen wäre, einige Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора vernünftige Worte sprechen«.


Zitat von Ingeborg Bachmann: »Poesie wie Brot? Dieses Brot müsste zwischen den Zähnen knirschen und den Hunger wiedererwecken, ehe es ihn stillt. Und diese Poesie wird Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора scharf von Erkenntnis und bitter von der Sehnsucht sein müssen, um an den Schlaf der Menschen rühren zu können«. Aber nicht allein den Schlaf der Gerechten soll das Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Gedicht stören; I. B. geht nun aufs Ganze: »Wenn die Gesellschaft«, so heisst es gegen Ende der ersten Vorlesung, »sich der Dichtung entzieht, wo ein ernster und unbequemer, verändern wollender Geist Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора in ihr ist, so käme das der Bankrotterklärung gleich«.


LITERATUR

1. Adorno, Theodor W. (1980), Kulturkritik und Gesellschaft (1951), in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. 10.1.

2. Domin, Hilde (1981), Wozu Lyrik heute.

3. Finetti, Marco (2003), Lernen, fragen, zweifeln Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. Nicht der berufsfertige Mensch ist das Ziel des Studiums, sondern der nachdenkliche, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 246, Samstag/Sonntag 25./26. Oktober.

4. Matt, Peter von (1998), Die verdächtige Pracht.

5. Schärf, Christian (2001), Literatur in der Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора Wissensgesellschaft.

6. Schlaffer, Heinz (1990), Poesie und Wissen.

7. Vgl. »Ein Dichter –seien Sie nicht entrüstet über meine Worte – hat nicht die Aufgabe, den dichterischen Zustand zu empfinden: dies ist eine Privatangelegenheit. Er Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора hat die Aufgabe, ihn bei anderen zu schaffen. Man erkennt den Dichter – oder mindestens erkennt jeder den seinigen – an der einfachen Tatsache, dass er den Leser in einen ‚Inspirierten’ verwandelt. Die Inspiration Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора ist, nüchtern gesagt, eine liebenswürdige Zuschreibung, die der Leser seinem Dichter macht: der Leser überschreibt uns die transzendenten Verdienste der Gewalten und der Begnadung, sie sich in ihm entwickeln Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора. ER sucht und findet in uns die wunderbare Ursache seiner eigenen Verwunderung«. Valéry, Paul (1975), Dichtkunst und abstraktes Denken (1939), in: Ders., Zur Theorie der Dichtkunst. Aufsätze und Vorträge.

*Санкт-Петербургский муниципальный Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора институт сервиса и экономики

Universität Witten/Herdecke gGmbH, Deutschland


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Редакция интернационального журнальчика «Вестник Балтийской педагогической академии» сердечно поздравляет Вас с юбилеем!

Ваши коллеги хотят Вам долголетия, творческих Angela Martini, L. A Vyshenskaya - И. П. Волков Зам главного редактора фурроров, новых не плохих учеников, выполнения всех Ваших желаний!



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